16 Begriffe aus der Vogelkunde, die du unbedingt kennen solltest, wenn du Vögel beobachten und bestimmen willst

23. Mrz 2021 | Vögel | 2 Kommentare

Update: 14. Mai 2022

In der Vogelkunde ist es genau so, wie in anderen Fachbereichen. Sobald man sich genauer damit auseinandersetzt, kommt man um Fachchinesisch, nicht drum rum.

Damit du gleich Bescheid weisst und nicht erst Meister Google um Rat fragen musst, habe ich dir hier die 12 wichtigsten Begriffe zusammengefasst.

Du kennst noch weitere? Super, schreibe sie mir doch in die Kommentare.

Birding

Der englische Begriff Birding, bedeutet nicht anderes als „Vögel beobachten“. Der Begriff stösst auch bei uns zunehmend auf Begeisterung. Birding unterscheidet sich durchaus von der Ornithologie. Birder – so nennt man Menschen, die Birding betreiben – möchten in erster Line möglichst viele Vogelarten auf ihrer Wunschliste gesehen haben. Dabei geht es ihnen weniger, um wissenschaftliche Fakten, sondern viel mehr um das Erleben, das Sehen der Vogelart.

Ornithologie

Ornithologie ist die Wissenschaft der Vogelkunde. Sie ist ein Studienzweig der Zoologie, der Wissenschaft der Tierwelt. Warum ich mich persönlich viel lieber als Ornithologin bezeichne und mich eher auch wie eine fühle, das habe ich in diesem Artikel für dich aufgeschrieben.

Bird Hide

Der zweite englische Begriff in dieser Runde, meint eine Vogel-Beobachtungshütte. Bird Hides sind einfache Hütten, die speziell für die Beobachtung von Vögeln entworfen wurde. Durch Schlitze in der Wand, können die Ornithologen die Vögel anz ungestört beobachten. Da die Vögel, die Menschen nicht sehen, sind sie jeweils auf wenige Meter gut zu sehen.

Der Ein- und Ausgang befindet sich auf der Rückseite des Bird Hides. So können Vogelbeobachter den ganzen Tag über ein- und ausgehen, ohne die Vögel zu stören.

Gestalt

Die Gestalt meint die Körperform eines Vogels. Arten, die sich sehr ähnlich sind, haben auch eine ähnliche Gestalt. So sieht z.B. die Gestalt aller Falkenarten, ähnlich aus wie ein Düsenjet.

Dieses Wissen ist wichtig, da es die Bestimmung der einzelnen Arten vereinfacht.

Gefieder

Der Begriff Gefieder steht für das ganze Kleid, des Vogels und nicht nur für die einzelne Feder. Da es viele Vogelarten gibt, die sich sehr ähnlich schauen, haben Ornithologen das Gefieder sogar in verschiedene Partien aufgeteilt.

Gesang

Singen tun nur die Singvögel. Mit ihrem schönen und meist melodiösen Gesang, markieren die Männchen ihre Reviere und beeidrucken die Weibchen.

Ruf

Der Ruf unterscheidet sich vom Gesang. Singvögel rufen z.B. bei Gefahr. Das kann dann schon mal richtig gehässig tönen. Nicht-Singvögel, wie z.B. Greifvögel oder Eulen rufen ebenfalls. Viele Arten haben auch verschiedene Rufe und die Weibchen rufen ebenfalls.

Balz

Die Balz könnte man durchaus mit einer ganzen Hochzeitszeremonie vergleichen. Die Männchen tun alles, um ihre potentielle Partnerin zu beeindrucken. Sie singen, schlagen mit den Flügeln, zeigen ihre schönsten Federn, bauen Nester und noch vieles mehr. Mit der Paarung ist die Balz abgeschlossen, danach folgt die Brutzeit.

Gelege

Als Gelege bezeichnet man die Gesamtzahl der Eier in einem Nest. grundsätzlich gilt, je kleiner der Vogel, umso grösser das Gelege.

Nestling

Jungvögel gelten dann als Nestling, wenn sie noch nicht auf ihren eigenen Beinen stehen können und ihr Gefieder noch nicht vollständig vorhanden ist. Nestlinge können nackt oder befiedert sein.
Solltest du einen Nestling finden, braucht er in jedem Fall Hilfe. Denn er kommt nicht mehr alleine zurück in sein Nest. Allerdings musst du gut hinschauen, denn ist er schon kein Nestling mehr, sondern ein Ästling, dann braucht er keine Hilfe. Solltest du unsicher sein, was du tun musst, dann kannst du die Online-Entscheidungshilfe der Schweizer Vogelwarte benutzen (das Ergebnis gilt natürlich auch für benachbarte Länder).

Ästling

Als Ästling wird ein Jungvogel bezeichnet, der von den Vogeleltern noch gefüttert wird. Er hält sich aber nicht mehr nur im Nest auf, sondern verlässt dieses regelmässig und hält sich auf den Ästen drumherum auf.
Gerade in dieser Ästlingszeit fallen viele Jungvögel von den Bäumen, weil sie noch nicht fliegen können. Wenn du einen solchen Vogel findest, dann nimm ihn bitte nicht mit! Die Vogeleltern werden sich weiter um ihr Junges kümmern.

Tipp: Beobachte den Jungvogel aus Entfernung, damit ihn die Eltern wirklich weiter füttern. Sollte es viele Hauskatzen geben, dann nimm den Vogel auf und setzte in auf einen Baum. Ganz toll erklärt, wird das in diesem Dossier der Wildtierrettung.

.

Zugvogel

Als Zugvögel, werden die Vögel bezeichnet, die an einem anderen Ort den Winter verbringen, als sie ihre Jungen aufgezogen haben. Es gibt Kurzstrecken- und Langstreckenzieher. Der Rekord hält übrigens die Küstenseeschwalbe, die den Sommer an den Küsten Alaskas verbringt, den Winter aber in der Antarktis.

Standvogel

Vogelarten, die das ganze Jahr über (Sommer wie Winter) am gleichen Ort bleiben, werden als Standvogel bezeichnet. Die Überwinterung und auch die Brut finden dort statt.

Strichvogel

Ein Strichvogel ist eigentlich ein Standvogel. Er gibt jedoch im Winter oft sein Revier auf, um in nahegelegenen aber milderen Gebieten zu überwintern. Ein Strichvogel legt dafür eine nennenswerte Strecke zurück, ansonsten wäre er ein Zugvogel. Oft werden nahe Föntäler aufgesucht.

Trivialname

Der Trivialname eines Vogels ist der Name, den viele Menschen kennen. So ist zum Beispiel Kohlmeise, ein Trivialname. Der wissenschaftliche (lateinische) Name für die Kohlmeise, ist Parus major.

Ordnungen und Familien

Alle Pflanzen und Tiere sind von der Wissenschaft in Ordnungen und Familien unterteilt worden. So erkennt man Gemeinsamkeiten und wie nah einzelne Arten Verwandt sind. Für Ornithologen sind die Ordnungen und Familien ebenfalls wichtig, da auch dieses Wissen, die Bestimmung der einzelnen Arten vereinfacht.

Schreib mir doch in die Kommentare, welche Begriffe kanntest du noch nicht? Oder kennst du vielleicht sogar noch weitere?

Du willst mehr?

2 Kommentare

  1. Mir fällt noch ein: Standvogel (als Gegenteil vom Zugvogel), der das ganze Jahr über in einem Gebiet bleibt, und Strichvogel, der sein Brutgebiet im Winter verlässt, aber nur, um in benachbarte etwas wärmere Gebiete auszuweichen, nicht ganz bis in den Süden.

    Antworten
    • Liebe Birgit
      Vielen Dank für die Ergänzungen. Die nehme ich sehr gerne ins nächste Update auf 🙂
      LG Madeleine

      Antworten

Einen Kommentar abschicken

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht.

*

code

Hier schreibt Madeleine Gersbach

Hier schreibt Madeleine Gersbach

Rangerin und Feldornithologin

 

Ich bin Mami, Wald-Liebhaberin und Teilzeit-Bloggerin. Auf meinem Blog schreibe ich über meinen Beruf als Rangerin, Aktuelles aus dem Wald und natürlich über mich als Person.

Ausserdem zeige ich dir die schönsten Plätze im Zürcher Unterland.

 

Du möchtest keine Infos mehr verpassen?

Abonniere mein Wald-Magazin und erhalte alle Blogartikel druckfrisch in deinen Posteingang.