Update: 4. Juni 2026
Warum heisst die Fledermaus überhaupt Fledermaus? Ist sie wirklich mit der Hausmaus verwandt? Und warum ist sie das einzige Säugetier, das richtig fliegen kann?
Fragen über Fragen, wenn es um die heimlichen Jäger der Nacht geht. Gerade für Kinder sind Fledermäuse oft mysteriöse Wesen. Deswegen bringe ich dir hier etwas Licht ins Dunkel – mit Fakten, die du direkt in deiner nächsten Naturgruppe oder beim Vorlesen einbauen kannst.
Kurz und knapp: Woher kommt der Name?
Der Name „Fledermaus“ setzt sich aus zwei Wörtern zusammen: Fleder und Maus.
„Fleder“ kommt vom althochdeutschen Verb „fladern“ oder „fledern“, was so viel wie „flattern“ bedeutet. Hier dürfte allen klar sein, warum das so ist. Der Flug der Fledermaus wirkt eben nicht so gleitend wie bei einem Vogel, sondern sehr flatternd.
Das Wort „Maus“ bekam sie wegen ihrer mausähnlichen Körpergestalt und dem Fell. Die Menschen früher konnten sich das Phänomen nicht erklären, wieso ein Tier, das aussieht wie eine Maus, plötzlich fliegt. Also nannten sie es schlicht „die flatternde Maus“. Daraus wurde im Laufe der Zeit die Fledermaus.
💡 Tipp für die Praxis:
Wenn du Kindern den Namen erklärst, lass sie doch einmal kurz mit den Armen „flattern“ wie eine Fledermaus und dann „gleiten“ wie ein Vogel. So verstehen sie den Unterschied im Flugstil sofort.
Eine Fledermaus, viele Namen
DIE eine Fledermaus gibt es sowieso nicht. Allein in der Schweiz leben 30 verschiedene Fledermausarten, die sich in Körpergrösse, Aussehen und Verhalten teilweise stark unterscheiden.
Da gibt es zum Beispiel die kleine und häufige Zwergfledermaus oder meine Lieblingsarten: das „Braune Langohr“ und das „Grosse Mausohr“. Richtig coole Namen, oder? Gerade die Ohr-Formen helfen den Kindern oft, sich die Arten besser zu merken.
Eine Auflistung aller 30 Arten findest du übrigens auf der Homepage des Fledermausschutzes Schweiz.
Warum Fledermäuse nicht mit Mäusen verwandt sind
Fledermäuse und Mäuse gehören zwar beide zu den Säugetieren. Das ist aber neben dem Fell und der Grösse gerade mal das Einzige, was die beiden verbindet.
Der grosse Unterschied:
Mäuse sind Nagetiere und fressen hauptsächlich pflanzliche Nahrung.
Fledermäuse hingegen sind reine Insektenjäger (die meisten Arten bei uns). Genau wegen dieser Nahrung haben sie das Fliegen „gelernt“ – denn Insekten fängt man am besten in der Luft.
🤓 Wusstest du schon? Eine Fledermaus vertilgt pro Nacht etwa einen Drittel ihres Körpergewichtes. Bei einer kleinen Zwergfledermaus sind das stolze 1000 bis 2000 Mücken! Ein super Argument, um Kindern die Angst vor den Tieren zu nehmen und sie stattdessen als nützliche „Mückenpolizei“ vorzustellen.
Das macht Fledermäuse im Tierreich einzigartig
Die Fledermaus ist das einzige Säugetier, das aktiv fliegen kann. Es gibt zwar Gleithörnchen oder Flugbeutler, die von Baum zu Baum segeln können. Aber so richtig abheben, Schlagflüge machen und dabei noch auf Jagd gehen, das kann nur die Fledermaus.
Möglich macht das ihr raffinierter Knochen- und Körperbau. Ihre Finger sind extrem verlängert und spannen die Flughaut auf. So gesehen fliegen sie eigentlich mit ihren „Händen“. Deswegen können sie auch „Haken“ in der Luft schlagen, Loopings fliegen oder abrupte Richtungsänderungen vornehmen.
Zusätzlich besitzen Fledermäuse eine wahre Superkraft: die Echoortung. Sie senden für uns unhörbare Laute aus und hören am Echo, wo sich ein Hindernis oder eine Beute befindet. So finden sie auch in stockfinsterer Nacht jeden Ast und jede Mücke. Manche Arten können sogar Wetterumschwünge im Voraus spüren.
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