Die letzten Tage habe ich – wie vielleicht einige andere auch – die Livestreams der Artemis-2-Mission verfolgt. Und nun sind die Astronauten wieder zurück: sicher gelandet, aber innerlich verändert.
Es ist schon ein seltsames Gefühl: Hier sitze ich, mitten in meiner Arbeit, die ganz fest mit dem Boden unter den Füssen, mit dem Duft von feuchtem Moos und dem Rauschen der Baumkronen verbunden ist. Und dort oben, hunderte von Kilometern entfernt, haben vier Menschen zehn Tage in einer engen Metallkapsel verbracht, fernab von allem, was wir kennen.
Ein Blick auf die Erde, der alles verändert
Was mich dabei am meisten bewegt hat, waren nicht die technischen Daten oder die Rekorde, die gebrochen wurden. Es waren die Menschen selbst.

Als Pilot Victor Glover von dort oben auf unseren Heimatplaneten blickte, sprach er von einem Gefühl, das Astronauten oft den „Overview Effect“ nennen. Er sagte sinngemäss: Wenn man von hier auf die Erde schaut, sieht man keine Grenzen. Man sieht keine Länder, keine Konflikte, keine Hautfarben. 🏳️🌈
Man sieht einfach nur dieses eine, verletzliche blaue Schiff im schwarzen Nichts. Victor Glover formulierte es so eindringlich:
„Es gibt einfach nichts anderes als unsere Erde, wo wir überhaupt leben können.“ 🌍
Und er machte deutlich: Wenn er die Wahl hätte, würde er sich immer wieder für die Erde entscheiden, nicht für den Weltraum.

Auch Missionsspezialistin Christina Koch, die erste Frau in Mondesnähe, hat mich in diesen Tagen tief beeindruckt. Sie trug eine historische Verantwortung und doch wirkte sie in allen Interviews nicht belastet, sondern geradezu erleuchtet. Sie strahlte.
Alle vier Astronauten taten das. Man spürte in jeder Sekunde: Das war kein Fake für die Kameras. Christina Koch beschrieb es als ein „unglaubliches Privileg und eine Verantwortung“. Sie sagte: „Wir werden erforschen, wir werden bauen… aber letztlich werden wir uns immer für die Erde entscheiden, wir werden uns immer füreinander entscheiden.“ Diese Worte, dieses reine, unverfälschte Staunen und diese tiefe Verbundenheit aller vier Crewmitglieder haben mich als Mensch tief berührt. 💚
Der Mond ruft – zwischen Forschungsglück und politischer Realität
Mein wissenschaftlich orientiertes Herz sieht durchaus den Nutzen solcher Missionen. Eine Station auf dem Mond oder später auf dem Mars wird uns zweifellos neue Erkenntnisse darüber bringen, wie unser Sonnensystem und das Universum wirklich entstanden sind.
Diese Neugier, diese Suche nach den Ursprüngen, ist ein Teil unserer Menschheit.

Doch sobald ich auf die politische Bühne schaue, trübt sich dieses Bild. Ich bin skeptisch, ob dieser rosige Schein der Zusammenarbeit erhalten bleibt, wenn es um Machterweiterungen und Einflusszonen geht. Wem gehört welche Hälfte des Mondes? Wer darf welche Ressourcen abbauen? Das sind Fragen, die bereits im Raum stehen.
Und dann ist da noch das Kosten-Nutzen-Verhältnis, das mich als Naturschützerin nachdenklich stimmt. Solche Missionen verschlingen ein Vermögen. Ein Vermögen, das in meinen Augen dringend anderswo benötigt wird: im direkten Schutz unserer Wälder, im Kampf gegen das Artensterben oder um Lebensbedingungen in Entwicklungsländern zu verbessern.
Wenn wir Milliarden ins All pumpen, während unser eigenes „Raumschiff Erde“ an allen Ecken und Enden brennt, dann stimmt die Prioritätenliste nicht. Die Forschung im All ist wertvoll, aber nicht um jeden Preis und nicht auf Kosten der Lösung unserer irdischen Probleme.
Die Crew der Artemis 2 hat es uns vorgemacht. Sie hat einen neu entdeckten Mondkrater nach Commander Reid Wisemans verstorbener Ehefrau Caroll benannt. Nicht nach einem Präsidenten oder einer anderen einflussreichen Persönlichkeit, sondern nach einer Frau, die an Krebs starb.
Denn es geht nicht um Ruhm, sondern um die Familie, das Miteinander, die Liebe zu denen, die uns tragen. 💚

Freude als Lebenskompetenz – damit wir unseren Planeten retten
Zurück in Houston, kamen alle vier Astronauten zu Wort und erzählten von ihren Eindrücken fernab der Heimat.
Missionsspezialist Jeremy Hansen, der einzige kanadische Astronaut, brachte es abschliessend auf den Punkt. Er sagte, dass die Freude am Sein und Tun das Wichtigste während der ganzen Mission war. Er sei sogar der Meinung, dass Freude eine wichtige Lebenskompetenz für einen Menschen sei.
Das hat mich mitten ins Herz getroffen. 💚
Denn genau das macht unser Tun als Wald- und NaturpädagogInnen ebenfalls aus!
Wenn wir mit dem Herzen dabei sind und mit Feuereifer für ein Thema brennen, dann springt auch der Funke auf deine Führungsteilnehmende über. So erreichen wir Herzen, die sich auch Generationen später noch für unsere Natur einsetzen. ❤️🔥🌱
Und damit auch für unser „Raumschiff Erde“. 🌍
Die Artemis-Crew hatte Freude an ihrer Mission. Eine Freude, die nicht von aussen aufgepfropft war, sondern von innen kam. Sie haben für ihre Berufung gelebt. Vielleicht gab es gerade deshalb keine nennenswerte Komplikationen. 🤷♀️

Ein Appell an unsere gemeinsame Crew Erde
Das, was wirklich zählt, ist nicht der Mondstaub oder die politische Macht. Es ist die Gemeinschaft. Es ist die Liebe für uns Menschen und die tiefe Verbundenheit mit unserem Planeten.
Victor Glover, Christina Koch, Reid Wiseman und Jeremy Hansen haben uns gezeigt, dass wir alle Crewmitglieder auf diesem dem „Raumschiff Erde“ sind. Es gibt kein Backup, keinen zweiten Planeten zum Ausweichen…..
Lass uns zusammen mit Waldpädagogik die Welt verändern! 💪
Nicht durch grosse technische Sprünge ins All, sondern durch kleine, bewusste Schritte hier bei uns. So, dass unser „Raumschiff Erde“ noch lange erhalten bleibt. Für uns, für die Kinder und für all das Leben, das diesen wunderbaren blauen Planeten mit uns teilt 🌍
Herzliche Grüsse
Madeleine
📷 Die Fotos sind aus der Foto-Datenbank der NASA, die dort kostenlos zum Download zur Verfügung stehen.






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